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Freunde und die Bibel

Die Freunde sind der Ansicht, dass wahre Religion nicht aus Büchern oder vorgegebenen Gebeten, Worten oder Ritualen gelernt werden kann. George Fox nannte diese leere Formen. Als das Quäkertum in England begann, war die Bibel gerade erst in englischer Sprache verfügbar geworden und wurde auf breiter Basis gelesen und zitiert. Die meisten protestantischen Gruppen sprachen ihr in hohem Masse Endgültigkeit und Unfehlbarkeit zu. Das allgemeine Bedürfnis nach einer äusseren massgebenden Norm war sehr ausgeprägt. Bei religiösen Auseinandersetzungen versuchte jede Gruppe mit Hilfe von Bibelzitaten ihre Position zu stützen.

Gelegentlich verfielen die Freunde in dasselbe Muster. Aber sie glaubten auch an eine Offenbarung von Gottes Willen in der Gegenwart, wie es in der Bibel beschrieben ist. George Fox sagte einmal: „Du wirst sagen, Christus sagt dies und die Apostel sagen jenes, aber was kannst Du selber sagen? Bist Du ein Kind des Lichtes und bist Du im Licht gewandelt und kommt das, was du sagst, in deinem Innern von Gott?“

Die Freunde weigern sich, die Bibel zum endgültigen Kriterium für die richtige Lebensgestaltung und die wahre Lehre zu machen. Die göttliche Offenbarung ist nicht auf die Vergangenheit beschränkt. Der gleiche heilige Geist, der in der Vergangenheit die biblischen Schriften inspiriert hat, kann auch Jahrhunderte später glaubende Menschen inspirieren. In der Tat sind gegenwärtige Einsichten aus dem heiligen Geist entscheidend für das richtige Verständnis der Vergangenheit. Die Freunde glauben, dass Gott durch das innere Licht allen Menschen Zugang zu spiritueller Wahrheit für die heutige Zeit gibt.