brought to the blog by Peter Struba
Watch Johannes und seine Gedenkstätte Online | Vimeo On Demand on Vimeo
In 2011, Johannes Czwalina, a management consultant with a large and impressive client base, purchased a railway signalman's house to use as a guesthouse for visitors and clients. The house is located on the Swiss side of the railway line running from Basel to Lörrach and other locations in southern Germany, in Riehen. Czwalina's company headquarters are diagonally opposite. Unsuspecting, the entrepreneur planned to renovate and furnish the small building. Then three elderly men approached him and told him the story behind the house. During the Second World War, the three had lived there with their parents and, as small children, had witnessed people being transported across the border into Germany in a Swiss troop transport vehicle. As children, they had no real understanding of what was happening: that Jewish refugees who had managed to escape to Switzerland were being sent back to Germany, mostly to their deaths. Only later did they realize what they had witnessed, and now they are sharing their story.
Johannes has a strong social conscience; before becoming a management consultant, he served as a pastor in Basel. Burdened by the history of his early days in Berlin, and after listening to the three men mentioned above, he spontaneously decides to modify the guesthouse concept and establish a memorial for Jewish refugees in the railway signalman's house.
With this film, we aim to document the history and present-day reality of this memorial, the only one on Swiss soil to date commemorating the Jewish tragedy of the Second World War, and to show how one sensitive individual, at great personal cost, accomplished something that neither the Swiss federal government , nor any authorities or institutions deemed necessary.
2011 erwirbt Johannes Czwalina, ein Unternehmensberater, mit grossem beeindruckendem Kundenkreis ein Bahnwärterhaus, um es als Gästehaus für auswärtige Besucher und Kunden zu nutzen. Das Haus liegt an der Linie, die von Basel nach Lörrach und anderen Orten in Süddeutschland führt, auf Schweizer Seite, in Riehen. Der Firmensitz von Czwalina befindet sich schräg gegenüber. Nichtsahnend will der Unternehmer das kleine Gebäude umbauen und einrichten. Da kommen drei alte Männer zu ihm und erzählen, was es mit dem Haus auf sich hat. Die drei lebten während des Zweiten Weltkriegs mit ihren Eltern darin und beobachteten, als damals kleine Kinder, wie Menschen in einem Schweizer Mannschaftswagen über die Grenze nach Deutschland gefahren wurden. Sie hatten damals als Kinder noch keine rechte Vorstellung von dem, was da vor sich ging, dass nämlich jüdische Flüchtlinge, die sich in die Schweiz hatten retten können, zurück nach Deutschland, d.h. zumeist in den Tod geschickt wurden. Erst später wurde ihnen bewusst, was sie da mit angesehen hatten und sie berichten nun davon.
Johannes hat ein starkes soziales Gewissen; bevor er Unternehmensberater wurde, amtierte er als Pfarrer in Basel. Belastet mit der Geschichte aus frühen Berliner Tagen und nachdem er die oben erwähnten drei Männer angehört hat, beschliesst er kurzerhand, die Idee des Gästehauses zu modifizieren und in dem Bahnwärterhaus auch eine Gedenkstätte für jüdische Flüchtlinge einzurichten.
Wir möchten mit dem Film die Geschichte und die Gegenwart dieser Gedenkstätte, der bisher einzigen auf Schweizer Boden, die an die jüdische Tragödie im Zweiten Weltkrieg erinnert, dokumentieren und zeigen wie ein einzelner sensibler Mensch unter grossen, auch finanziellen Opfern etwas fertiggebracht hat, was in der Schweiz weder der Bund, noch Behörden oder Institutionen für nötig erachteten.

